Bild-Icon dieser Ausstellung

Von Arp bis Vostell

Kleinplastiken aus der Sammlung der Nationalgalerie

Schmale Frau ohne Arme
Lupe Schmale Frau ohne Arme
Alberto Giacometti,
Bronze, 1958/60,
Höhe 68 cm
Lupe Zyklus MANIA
(›Film‹, ›Polizeiterror‹,
›Fliegen‹)

Wolf Vostell,
Assemblage, 1973
 Zyklus MANIA (›Film‹, ›Polizeiterror‹,  ›Fliegen‹)

 

Lupe Flacher Torso
Alexander Archipenko,
1914
Flacher Torso

 

Fast 80 Kleinplastiken aus der Sammlung der Nationalgalerie wurden für diese Ausstellung ausgewählt. Darun ter befinden sich einzigartige Werke von Künstlern der klassischen Moderne wie Alexander Archipenko, Henri Laurens, Oskar Schlemmer, Alberto Giacometti oder Henry Moore, bis hin zu kleinen Formaten zeitgenössischer Künstler wie Carl Andre, Heinz Mack oder Wolf Vostell.

Gerade im Kleinen entstehen Formulierungen, die zu den experimentellsten und künstlerisch ungezwungensten gehören. Denn die spontane künstlerische Idee läßt sich in der ökonomischen Handhabung des Kleinen einfacher verwirklichen. Die Entscheidung »groß« oder »klein« war beispielsweise bei Giacometti eine Folge innerer Konsequenz. Dahin ter stand der Wunsch, seine visuelle Wahrnehmung in die Realität der dreidimensionalen Skulptur umzusetzen. Die »Schmale Frau ohne Arme« in dieser Ausstellung gehört zwar nicht zu den kleinsten Arbeiten, die es von ihm gibt, gleichwohl vermittelt die Skulptur aber das Anliegen Giacomettis.

Henry Moore machte in einem Gespräch über die Plastik die treffende Feststellung: »Eine Skulptur kann das Vielfache der Lebensgröße haben und dennoch als kleinlich empfunden werden - eine kleine Skulptur, hinter der eine große Vorstellung steht, vermag das Gefühl des Ungeheuren und Monumentalen hervorzurufen«. Mit dem kleinen Format sind stets bestimmte Inhalte und Qualitäten verbunden. Schon seit der frühen geschichtlichen Zeit entstanden kleine künstlerisch gestaltete Steinobjekte im Zusammenhang mit magischen Praktiken.

Die haptische Sinnlichkeit ist eine andere wichtige Eigenschaft des kleinen Objekts; ebenso eignet diesem oft eine humorvolle, ironische oder groteske Komponente. Mehrfigurenszenen oder Architekturminiaturen sind von übersichtlicher Gestaltung des Raumes. Thematische Bezüge will die Ausstellung aufdecken, sie werden auch durch die Anordnung der Werke in dem kleinformatigen, aber vorzüglich ausgestatteten Katalog verdeutlicht. Veranschaulicht wird, wie im 20. Jahrhundert, über die im herkömmlichen Sinn definierte Gattung der Kleinplastik hinaus, mit neuen Formulierungen eine spezifische Kunst des kleinen Formates entsteht.

Zur Homepage: Nationalgalerie

Bitte beachten: Dieses Angebot steht im Rahmen des Föderalen Programms nicht mehr zur Übernahme zur Verfügung.

Ein Service der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
© Copyright bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz