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Der Pritzwalker Silberfund
Spätmittelalterlicher Schmuck von europäischem Rang
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In der Innenstadt von Pritzwalk (Kreis Prignitz, Brandenburg) wurde um 1870 bei Bauarbeiten auf einem Grundstück in der Roßstraße einer der größten und kunsthistorisch bedeutendsten Schmuckfunde des späten Mittelalters geborgen. Mindestens 432 silberne, teils vergoldete Schmuckstücke mit einem Gesamtgewicht von 1514 Gramm und wohl auch zahlreiche Münzen, die heute jedoch zu großen Teilen verschollen sind, kamen zu Tage. Nach Ausweis der sechs noch erhaltenen Münzen gelangte der Schatz nach 1392 in den Boden.

Das Spektrum des im Fund überwiegend enthaltenen Gewandschmucks reicht von aufwändig mit Edelsteinen, Email oder Niello dekorierten Spangen über beeindruckende Schließen in Adler-, Greifen- und Löwenform bis hin zu fein gravierten Aufnähblechen und verschiedenen Arten von Knöpfen. Dagegen ist Körperschmuck nur in relativ wenigen Exemplaren von Armreifen und Fingerringen vertreten.

Über den einstigen Besitzer dieser Werke wissen wir nichts. Alle Schmuckstücke zeigen deutliche Abnutzungsspuren. Es handelt sich also - entgegen der bisherigen Forschungsmeinung - nicht um den vergrabenen Vorrat eines Goldschmiedes oder eines Händlers an neuwertigen, zum Verkauf bestimmten Edelmetallarbeiten. Die stilistische Ausprägung der Werke spricht für ihre Entstehung in Nordostdeutschland oder im südlichen Skandinavien.

1896 gelangte der Pritzwalker Silberfund in den Besitz des Berliner Kunstgewerbemuseums. Nach 1945 galt er selbst in der Fachwelt lange Zeit als Kriegsverlust, bis er 1987 erstmals wieder nach dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig gezeigt wurde. Die angebotene Ausstellung des gesamten überkommenen Bestandes des Schatzfundes verdeutlicht den hohen künstlerischen Rang der Goldschmiedearbeiten des Pritzwalker Silberfundes und die überraschende Vielfalt ihrer Formen. Sie vermittelt zugleich interessante Einblicke in die Lebenswelt der Menschen des 14. Jahrhunderts: Dem Besucher wird die Funktion und die Trageweise der Schmuckstücke ebenso erläutert wie die handwerklichen Herstellungstechniken der Goldschmiede.

Die Ausstellung begleitet ein vollständiger und reich illustrierter Katalog des Fundbestands, für dessen Bearbeitung Dr. Stefan Krabath vom sächsischen Landesamt für Archäologie in Dresden, einer der besten Kenner mittelalterlichen Schmucks, gewonnen werden konnte. Ergänzende Beiträge zur Geschichte und Bedeutung des Silberschatzes sowie zu den verschiedenen Schmucktypen und Münzen vermitteln erstmals ein umfassendes Bild des Pritzwalker Silberfundes.

 
Eine Ausstellung zur Übernahme der
Staatlichen Museen zu Berlin
Kunstgewerbemuseum
Ansprechperson
für inhaltliche Fragen:
staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/leihgaben/
Ansprechperson
für allgemeine Fragen:
Dr. Maren Eichhorn
Staatliche Museen zu Berlin
Generaldirektion
Stauffenbergstraße 40-41
10785 Berlin
Fon: 030 - 266 42 21 40
Fax: 030 - 266 42 21 50
m.eichhorn@smb.spk-berlin.de
    Ausstellungsdaten:
Titel:   Der Pritzwalker Silberfund -
Spätmittelalterlicher Schmuck von europäischem Rang
Umfang:  432 Teile Silberschmuck und 6 Münzen aus dem 14. Jahrhundert, alles Vitrinenobjekte; dazu 4 Schautafeln mit Informationen zur Fundgeschichte und kunsthistorischen Bedeutung sowie den Trageweisen und Herstellungstechniken des Schmucks
Katalog:  168 Seiten, zahlreiche, zumeist farbige und Abbildungen, bearbeitet von Stefan Krabath, mit Beiträgen von Lothar Lambacher, Rolf Rehberg und Bernd Kluge. (Herstellung der Erstauflage 2006 durch das Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk; Rechte für den Nach- oder Neudruck bei den SMB)
Kosten:  Kunst-Transport und Installation der Leihgaben mit Kurier des Kunstgewerbemuseums
Versicherung (Versicherungssumme: 2.000.000 EUR)
Ausstellungsgestaltung (Vitrinenausstattung; Neuproduktion der Beschriftungen und Schautafeln)
Katalog (Nach- bzw. Neudruck des Katalogs)
Werbungskosten (Plakat, Einladungen, Eröffnung)
Sonstiges:  Verfügbar im Anschluss an die erste Station ab Mitte November 2006 mit sechsmonatiger Voranmeldung