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Multimedia
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Multimedia bietet der Vermittlung von Wissen über Musik neue, faszinierende Möglichkeiten. Dies gilt mit an erster Stelle für die musikalische Analyse: Gedruckte Notenbeispiele oder die Notwendigkeit, parallel zur Lektüre umfangreiche Partituren zu studieren, haben den Adressatenkreis wissenschaftlicher Analysen in der Vergangenheit stark eingegrenzt, und manche Dimensionen des Klanglichen lassen sich von vornherein nicht angemessen verschriftlichen. Die Integration von Notenbeispielen oder ,beweglicher’ Partituren, die mit der klingenden Musik synchronisiert sind oder auch z. B. durch farbige Hervorhebungen den Nachvollzug einer Argumentation erleichtern, drängt sich geradezu auf. Letztlich werden die neuen Möglichkeiten der Darstellung auch auf die inhaltliche Ausrichtung von Analyse zurückwirken - indem oft vernachlässigte Aspekte wie Interpretationsvergleich, Fragen des Instrumentariums, der Stimmung usw. in den Vordergrund rücken.

Das Institut für Musikforschung unterstützt diesen Prozeß und setzt dabei eigene Akzente. Als Pilotprojekt wurde ein klassischer Text der musikalischen Analyse, Alban Bergs Thematische Analyse der Symphonischen Dichtung Pelleas und Melisande op.5 von Arnold Schönberg, multimedial aufbereitet und im Rahmen von Ausstellungen, Seminaren und Workshops vor Fachpublikum und einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt.

Ein zweites Projekt, die Online-Publikation: »Bach: WTC« von Mark Lindley geht der Frage der »wohltemperierten Stimmung« in Johann Sebastian Bachs ›Wohltemperierten Klavier I (1722)‹ nach.

Es herrscht Einigkeit darüber, dass der Terminus ›wohltemperiert‹ im Titel von Bachs Werk eine Stimmung meint, die es erlaubt, Musik ohne Einschränkung in allen zwölf Dur-Tonarten und in allen zwölf Moll-Tonarten zu komponieren und aufzuführen. Aber es gibt nach wie vor unterschiedliche Ansichten darüber, welche Stimmung genau Bach für seine Komposition favorisiert hat. Einerseits wird die Auffassung vertreten, dass bereits die so genannte gleichstufige Temperatur vorausgesetzt werde, bei der die Oktave in zwölf gleich große Halbtöne geteilt wird (und die sich im Lauf des 19. Jahrhunderts allgemein durchsetzte). Andere Wissenschaftler bestreiten dies, sind aber untereinander uneins in der Frage, wie die Nuancen der Ungleichheit in der Stimmung auf die einzelnen Dur- und Molltonarten zu verteilen sind.

Mark Lindley nutzt in seiner multimedialen Präsentation Videosequenzen, zahlreiche Noten- und über 100 Hörbeispiele. Eine zusätzliche Bereicherung erfährt die Online-Publikation durch Verlinkungen zu Digitalisaten von originalen Buchpublikationen und Noten aus dem 18./19. Jahrhundert, aber auch durch die Verknüpfung zu bibliographischen Datensätzen, die ein weiteres Recherchieren ermöglichen (www.sim.spk-berlin.de/forschung_4.html).

 
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