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Spezielle Erschließungsprojekte

in Zusammenarbeit mit Staatsarchiven in anderen Bundesländern
Lupe Bild und Schrift in preußischen Bergverwaltungsakten
hier in einem Bericht zur Einführung neuer Bergmannsuniformen, 1804
Bild und Schrift in preußischen Bergverwaltungsakten

 

Die territoriale Ausdehnung Brandenburg-Preußens, die seit 1609/1618 von Kleve im Westen bis Königsberg im Osten reichte, führte in seinem Verwaltungsaufbau bereits im 17./18. Jahrhundert und erst recht nach den Reformen im 19. Jahrhundert zu einer auf Zentral-, Provinzial- und Lokalebene vergleichsweise stringent gegliederten Verwaltung mit je eigener Aktenüberlieferung. Diese vor allem auf Provinzial- und Zentralebene erhaltenen Überlieferungen sind daher eng miteinander verzahnt, so daß sie nachgerade als ideelle Überlieferungseinheit betrachtet werden können unbeschadet ihrer provenienzgerechten Belegenheit in verschiedenen Staatsarchiven.

Das GStA PK beteiligt sich daher in Zusammenarbeit mit Staatsarchiven in (bislang vier) anderen Bundesländern an der Konzeption bzw. Durchführung sachthematischer Inventarisierungsarbeiten, die auf der Zentral- und Provinzialebene ansetzen, um eine möglichst komplexe Bestandsaufnahme des vorhandenen Materials durch fachgerecht durchgeführte tiefenanalytische Erschließung zu erreichen. Da die meist umfangreichen Projekte nicht mit den vorhandenen Personalressourcen realisiert werden können, wurden dafür jeweils Drittmittel beantragt bzw. von verschiedenen Stiftungen bewilligt.

Der so durch die Verwaltungsgeschichte nahegelegte archivübergreifende Inventarisierungsansatz läuft freilich nicht auf bloßen Vollständigkeitsdrang hinaus, da sich (zum Teil auch archivgeschichtlich bedingt) die Überlieferungen nicht nur aufeinander beziehen, sondern auch und vor allem einander ergänzen. So erscheinen Vorgänge des 17. Jahrhunderts auf der Ebene der Provinzialverwaltung, bei Regierungen und Kommissariaten, gegebenenfalls reicher dokumentiert, da die Zentralverwaltungsorgane, Geheimer Rat und Generalkommissariat, noch keine überstarke Reglementierungskraft besaßen. Diese Kraft wäre im 18. Jahrhundert dem Generaldirektorium eher zuzusprechen, dessen Registraturen aber 1756/63 kriegsbedingt dezimiert wurden, so dass Lücken wieder auf Provinzialebene gegebenenfalls durch die Kriegs- und Domänenkammerbestände zu schließen sind. Nach 1763 dürfte sich allerdings bis zum Ende des 18. Jahrhunderts das Schwergewicht der Aktenaussagen auf die Zentralverwaltungsüberlieferung legen. Ein Wechsel ist für das frühe 19. Jahrhundert zu konstatieren, da nach der Staatsreform ab 1815 die Provinzialverwaltungen – sei es von der Hierarchiekonstruktion her gewollt, sei es aufgrund persönlicher Initiativen bestimmter Oberpräsidenten – größere Handlungsspielräume besaßen (was zu entsprechenden Aktenqualitäten führte). Die fortschreitende Modernisierung der Verwaltung führte um die Jahrhundertmitte zum zunehmenden Erstarken der Ministerialbürokratie, so dass deren Überlieferung wieder richtungsweisend in den Vordergrund rückt.

Die verwaltungs- und archivgeschichtlich bedingte Wechselwirkung der Aktenüberlieferung auf zentraler und provinzialer Ebene ergänzt damit den generellen Aspekt, der (brandenburg-) preußische Historie seit dem 17. Jahrhundert immer auch zugleich als Landesgeschichte bestimmter Bundesländer ausweist. Die im Folgenden genannten Inventarisierungsarbeiten erleichtern damit nicht nur die Erforschung des historischen Staatswesens Preußen, sondern führen auch zu thematisch wichtigen Quellen für eine lebendige Landesgeschichte heutiger Bundesländer.


Inventarisierungsprojekt Preußische Bergbauverwaltung 1753–1865

Projektpartner: Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Staatsarchiv Münster, Landeshauptarchiv Magdeburg, Archiwum Panstwowe Wroclaw und Kattowice. Laufzeit 1999–2002, gefördert von der VW-Stiftung. Das Inventarisierungsprojekt erschließt die Akten der für Bergbau- und Hüttenwesen zuständigen preußischen Ministerien mit denen der nachgeordneten Oberbergämter Bonn, Dortmund, Halle a. S. und Breslau im Zeitraum nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges bzw. der Durchsetzung des Direktionsprinzips, bis zur Verabschiedung des Allgemeinen Preußischen Bergrechts 1865. Im (teilweise schon gedruckt vorliegenden) Ergebnis liefert das Projekt tiefgegliederte Informationsnachweise zur Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte.


Inventarisierungsprojekt Preußische Bauverwaltung 1770–1848

Ins Projekt einbezogene Archive: Landeshauptarchiv Koblenz, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Staatsarchiv Münster, Landeshauptarchiv Magdeburg, Landeshauptarchiv Potsdam. Laufzeit 1999–2000, gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung. Das Inventarisierungsprojekt erfasst die Akten der für Hoch- und Tiefbau zuständigen preußischen Oberbehörden mit denen der nachgeordneten Bauinspektionen in einem Zeitraum, der mit der Ausbildung bestimmter Standards im preußischen Bauwesen um 1770 unter dem Einfluß der Gilly, Berson oder Schinkel beginnt, und mit der Reorganisation des Bauwesens nach 1848 endet. Im (derzeit zum Druck vorbereiteten) Ergebnis liefert das Projekt tiefgegliederte Informationsnachweise zur Verwaltungs-, Verkehr-, Kultur- und Architekturgeschichte.


Inventarisierungsprojekt Preußische Militärsozialisation 1713–1806

Projektpartner: Lehrstuhl für Militärgeschichte an der Universität Potsdam, Landeshauptarchiv Brandenburg. Ins Projekt einbezogene Archive: Landeshauptarchiv Magdeburg mit Außenstelle Dessau. Laufzeit: 2002–2004, gefördert von der DFG. Das Inventarisierungsprojekt erfasst die Akten des für die Militärverwaltung zuständigen preußischen Generaldirektoriums und anderer Zentralbehörden mit denen der nachgeordneten Kriegs- und Domänenkammern sowie insbesondere der Dessauischen Regimentsarchive in einem Zeitraum, der mit der Ausformung des typisch preußischen Militärsozialisationssystems unter Friedrich Wilhelm I. 1713 beginnt, und mit seinem Zusammenbruch bei Jena und Auerstedt 1806 endet. Im Ergebnis wird das Projekt tiefgegliederte Informationsnachweise zur Militär- als Sozial- und Alltagsgeschichte liefern.

Abschluss im September 2004, Publikation erscheint voraussichtlich 2006


Inventarisierungsprojekt Quellen zur Geschichte der Rheinprovinz, 19. und 20. Jahrhundert

Pilotprojekt, begonnen im GStA PK zunächst mit der Inventarisierung von Quellen mit Bezug auf den ehemaligen Regierungsbezirk Trier bzw. mit Bezug auf die heutigen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz (1). Vorgesehene Projektpartner: Landeshauptarchiv Koblenz, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Landesarchiv Saarbrücken. Noch keine Projektförderung beantragt. Das zunächst im GStA PK selbständig betriebene, weniger auf Tiefenanalyse, sondern auf Findmittel-Kompilie angelegte Inventarisierungsprojekt wird im Ergebnis auf einen besonderen Benutzerservice für alle Aspekte der Landesgeschichtsforschung in den Bundesländern der ehemaligen Rheinprovinz ab 1815 hinauslaufen. Bei Interesse bzw. Drittmittelförderung ist seine Weiterführung in die Überlieferungsbereiche für andere Provinzen bzw. Bundesländer geplant.

Teil 1 Regierungsbezirk Trier ist 2004 erschienen;
Teil 2 zum Regierungsbezirk Koblenz ist in Bearbeitung


Inventarisierungsprojekt Quellen zur Geschichte der Provinz Sachsen (Regierungsbezirk Merseburg), Brandenburg und Schlweswig-Holstein im 19. und 20. Jahrhundert

in Bearbeitung

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allgemeine Fragen: Sigrun Reinhardt
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